Wer bin ich und was hast du davon?

Hallo,
ich bin Danny. Ich sitze nun schon seit einer ganze Weile vor meinem PC und überlege wie ich meinen Blog beginne. Die Idee einen zu schreiben hatte ich schon vor einiger Zeit. Heute ist wieder einer dieser Tage an dem ich mich nicht ganz so gut fühle. Im Laufe meiner Erkrankung hatte ich eine Menge solcher Tage. Zu Beginn war sogar jeder Tag so ein Tag. Und nicht dass es nicht schon genügt hätte einen nicht ganz so guten Tag zu haben, ich verbrachte ihn damit darüber nachzudenken dass ich einen nicht ganz so guten Tag hatte. Irgendwann begriff ich dass ich zwar keinen Einfluss darauf hatte wie mein Tag beginnt, jedoch durchaus darauf wie er endet. Und so beschloss ich den nicht ganz so guten Tagen mit Kreativität zu begegnen und ihnen so einen Sinn zu geben. Aus diesem Grund eignet sich der heutige Tag fantastisch dazu, endlich mit meiner Website zu beginnen. Ich stelle mir vor an einem Blog zu schreiben, der mich in meiner Gesundung begleitet, dem du folgen kannst und der es so vielleicht schafft dir Mut zu machen für deine Situation. Ich stelle mir außerdem vor die Website mit Aufklärung zu füllen. Aufklärung über die Erkrankung, Wege hinaus und anderen wichtigen Informationen. Im Großen und Ganzen möchte ich so eine Website erstellen wie ich sie gern gefunden hätte als es mir ganz schlecht ging.

Zu Beginn diesen Jahres erkrankte ich schwer. Anfangs war mir nicht klar was nicht mit mir stimmte. Es war als würde ich versuchen ein Auto zu starten dass einfach keinen Sprit mehr hatte und deshalb nur noch jämmerlich röhrte. Ich wurde eine Woche krank geschrieben, aber mein Zustand besserte sich nicht, so dass ich weitere zwei Wochen krank geschrieben wurde. Aber auch danach wurde es nicht besser so dass ich wieder zum Arzt ging, der mich weiter krank schrieb. Ich hatte das Gefühl dass an meinem gesamten Körper Gewichte hängen, die es mir unmöglich machten das Bett zu verlassen und mir obendrein Schmerzen bescherten. Sogar die Finger konnte ich nur noch schwer krümmen. Essen, atmen, all die Dinge die alltäglich waren, wurden zur Qual. Einige Male versuchte ich es mit meinem altbekannten Motto: Arschbacken zusammenkneifen und weiter machen, doch das ging nach hinten los. Als Folge dessen verschlimmerte sich mein Zustand noch mehr, so dass ich begann Medikamente zu nehmen, wogegen ich mich bis dahin gewehrt hatte. Es hat Monate gebraucht bis ich den Ärzten glaubte dass ich unter einer schweren Depression litt. Ich hatte immer gedacht Depressionen seien etwas was man beeinflussen, weglächeln könnte. Ich hatte immer geglaubt dass derjenige der Depressionen hat einfach nur aufstehen und sich zusammenreißen müsste und eine vernünftige Aufgabe braucht. Ich hatte auch gedacht dass so etwas so einer Powerfrau wie mir niemals passieren könnte. Schließlich hatte ich es mühselig geschafft mich aus einer gewaltbesetzten Ehe zu befreien, habe die Schulden daraus allein auf mich nehmen müssen, habe das Mobbing der Gesellschaft beeinflusst durch meinen Ex-Mann ertragen, habe es ertragen dass er unseren Sohn psychisch misshandelte und mir die Hilfe dagegen verwehrt blieb. Ich ertrug es dass sich mein Bruder das Leben nahm, ich ewig mit der Angst um meine kranke Mutter lebte und arbeitete obendrein in einem Call Center für Kundenbeschwerden indem sich im Laufe der Jahre der Umstand einschlich neben der Beschwerdebearbeitung immer mehr in immer kürzerer Zeit verkaufen zu müssen. Ich ertrug es, täglich dafür gescholten zu werden dass es mir nicht mehr gelang den immer enger werdenden Vorgaben des Unternehmens gerecht zu werden. Und ich ertrug die damit verbundene Unkollegialität. Und zuletzt ertrug ich es, von der Familie meines neuen Partners ausgeschlossen zu werden. Von daher konnte ich doch gar nicht an einer Depression leiden. Denn ich ertrug das doch alles.

Meine Seele schrie. Sie schrie und ich hörte ihr nicht zu. Schon viele Jahre. Ich hatte gelernt mich zu ignorieren. Viele für mich wichtige Personen brachten mir bei dass man in dieser Gesellschaft nur existieren kann, wenn man wider seiner Gefühle und wider seiner Überzeugungen handelt. Anpassung. Augen zu und durch. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen und wenn die Arbeit so viel wurde dass keine Zeit mehr für Vergnügen blieb, dann war das halt so. Und nun lag ich da. Mit dem Ergebnis dieser Denkweise. Allein. Sie waren weg. All die Menschen, die so großes zu sagen hatten, waren einfach verschwunden. Es begann eine schwere Zeit. Zeit zum Umdenken und zum neu lernen. Ich überdachte mein Leben, mein Umfeld meine Beziehungen. Zu anderen und zu mir und irgendwann war klar, dass meine kläglich gescheiterten Versuche aus der Krankheit heraus wieder in das alte Leben zurück zu kehren gar nicht hätten funktionieren können, denn ich handelte schon lange aus der Überzeugung anderer heraus. Mir wurde klar dass ich tief im Inneren nicht in dieses Leben zurückkehren wollte.

Vielleicht kommt dir einiges bekannt vor? Vielleicht hast du auch schon einige Antworten auf deine Fragen gefunden oder suchst sie noch? Ich würde mich sehr freuen wenn du mich eine Weile begleitest. Vielleicht findest du etwas auf meinen Seiten was dir weiterhilft. Bei einem kannst du dir in jedem Fall sicher sein. Auch wenn es sich so anfühlt, du bist nicht allein.

 

Und am Ende wird eh alles gut. Denn wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende. (Oskar Wilde)

 

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