Harry Potter und die Dementoren

Gedankenkreise. Die Gedanken hörten nicht auf sich zu drehen. Ein Karussell und es hielt nicht an. Mein Kopf machte es ihm nach und bescherte mir Drehschwindel und Migräneattacken. Ich bekam ein Medikament, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Es machte mich benommen und ließ mich einschlafen. Aber die Gedanken kreisten in meiner Traumwelt weiter. Gedankenkreise. Eines der Symptome die ich nicht erkannte. Vier Monate hatte ich gebraucht um zu verstehen dass ich selbst den Grund für meine Erschöpfung liefere. Ich wollte ausbrechen. Raus aus den Gedankenkreisen also nahm ich mir eins der Jugendbücher meines Sohnes und begann zu lesen. Es erschien mir nur logisch dass ich aus meiner eigenen Welt ausbrechen konnte, indem ich in eine andere eintauchte. Doch das Buch nachdem ich zuerst gegriffen hatten, reichte nicht aus. Es war mir zu sehr an die Realität angelehnt, so dass mein Freund mir seine Harry Potter Sammlung mitbrachte. Vom ersten Kapitel an gelang es mir mich darauf einzulassen. Was für eine wunderbare magische Welt. Weit weg von meinen Problemen. Ich lebte einige Wochen nur in den Büchern. Mein Freund legte sich neben mich und las sie ebenfalls. Wir unterhielten uns über Dumbledore und darüber was doch Professor Snape für ein hinterlistiger Typ ist. So verdrängte ich meine Sorgen. Ich konnte besser einschlafen und wurde etwas kräftiger. Wenigstens soviel dass ich aufstehen und mich auf den Balkon setzen konnte. In Band Drei der Harry Potter Reihe haben die Dementoren zum ersten Mal ihren Auftritt. Dementoren sind dunkle Wesen in schwarzen Umhängen. Sie haben kein normales Gesicht, sondern schorfige Augen und einen riesigen Schlund durch den sie demjenigen der einen Kuss von ihnen erhält die Seele aus dem Leib saugen. Dieses verstecken sie jedoch hinter einer schwarzen Kapuze. Dementoren entstehen aus dem Nichts und finden ihren Nährboden in Trauer und Angst. Je mehr davon vorhanden ist, desto mehr Dementoren entstehen. Überall wo sie auftauchen, ihr rasselnder Atem zu hören und ihre schwebende Gestalt zu sehen ist, wird es dunkel und kalt. Wer sich in ihrer Nähe befindet, hat das Gefühl dass alles Glück aus ihm heraus gezogen und er nie wieder fröhlich sein wird. Harry Potter fällt in ihrer Anwesenheit regelmäßig in Ohnmacht, was bei den Mitschülern aus Slytherin für Spott sorgt, weshalb er versucht einen wirksamen Zauber gegen die Dementoren zu finden. Dabei trifft er auf Professor Lupin, der ihm beibringt einen Patronus herauf zu beschwören. Ein Patronus ist ein Lichtwesen, was nur entsteht wenn derjenige der ihn heraufbeschwören will an das denkt was ihm im Leben am meisten Freude bereitet. Wenn ihm das gelingt, schießt er durch seinen Zauberstab und vertreibt die Dementoren. Schon beim lesen war ich beeindruckt und verglich die Dementoren sofort mit meiner Depression. Dieses kalte Gefühl der Leere. Die Gedanken dass man nie wieder glücklich werden würde. Auch Harry litt unter Gedankenkreisen die ihn wahnsinnig machten wenn Dementoren in der Nähe waren. Immer wieder hörte er die letzten verzweifelten Worte seiner Mutter bevor sie getötet wurde. Ich begann selber zu schreiben. Ich begann mir eine eigene Geschichte auszudenken und schreibe daran. Und ich begann einen Briefwechsel mit mir. In einem Tagebuch schrieb und schreibe ich über meine Empfindungen und bin mir selbst mein bester Freund in dem ich mir das antworte was ich gern von anderen gehört hätte. Im Schreiben habe ich meinen Patronus gefunden.

Nun erhielt ich ein Buch was ich mir in dieser Zeit bestellt hatte. Es hatte eine lange Lieferzeit, so dass ich schon nicht mehr daran dachte. Es ist ein Harry Potter Lexikon mit Erklärungen zu den verschiedenen Figuren. Darin las ich nun dass die Autorin selber in einer tiefen Depression festsaß. Mit den Dementoren personifizierte sie diese und brachte mit der Idee des Patronus eine Lösung mit. Im Buch macht sie darüber hinaus außerdem klar, dass jeder seinen eigenen Patronus finden muss. So hat dort auch jeder seinen eigenen Patronus, welche sich zwar äußerlich unterscheiden, aber die gleiche Wirkung auf die Dementoren haben. Danke J.K. Rowling für dieses fantastische Meisterwerk.

 

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